 Vom 16. bis 19. April 2026 führte die Deutsche Billard-Union einen weiteren kombinierten Kaderlehrgang in den Räumlichkeiten des Billard Club Oberhausen (BCO) durch. Die Maßnahme diente der gezielten Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe sowie der Leistungsüberprüfung im Hinblick auf anstehende Nominierungen.
Die verschiedenen Kaderbereiche arbeiteten in einer eng abgestimmten Struktur zusammen. Die Übergänge zwischen Herren-, Damen- und Jugendkader verliefen nahtlos und sorgten für eine konzentrierte, leistungsorientierte Trainingsatmosphäre.
Herren – Fokusarbeit unter internationalen Rahmenbedingungen
Der Lehrgang startete am Donnerstagnachmittag mit den beiden Nationalspielern Tobias Bongers und Eric Mattern. Ein Großteil des Herrenkaders war parallel bei internationalen Turnieren in Asien und den USA im Einsatz, sodass der Lehrgang in reduzierter Besetzung stattfand.
Im Mittelpunkt standen die Analyse und Weiterentwicklung von Spielsituationen im 10-Ball. Kadertest-Übungen wurden gemeinsam aufgeschlüsselt, besprochen und unter realitätsnahen Bedingungen trainiert. Ergänzend lag ein klarer Schwerpunkt auf der technischen Stabilität und der Geradlinigkeit der Stoßausführung.
Die Schulung endete am Freitagnachmittag und bildete die Grundlage für die anschließenden Maßnahmen im Damen- und Jugendbereich.
Damen – Technische Präzision und strukturierte Matchvorbereitung
Unter der Leitung von Bundestrainer Ralph Eckert arbeiteten die Kadersportlerinnen intensiv an zentralen Elementen des modernen Poolbillards.
Teilnehmerinnen: Ina Kaplan, Johanna Indlekofer, Angelina Lubinaz, Romina Lenk, Vivien Heine und Miriam Steiner
Im Fokus stand die strukturierte Analyse von Spielsituationen auf Bundesniveau. Kadertest-Übungen wurden nicht nur gespielt, sondern gezielt in Abläufe und Entscheidungsprozesse zerlegt und trainiert.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der technischen Präzision. Die Geradlinigkeit der Stoßausführung wurde überprüft und weiterentwickelt. Ergänzend arbeiteten die Sportlerinnen an differenzierten Nachlauf- und Rücklaufvarianten sowie an klar definierten Referenzen im Bankspiel.
Darüber hinaus wurden Einspielmuster für Wettkampfsituationen erarbeitet, um die individuelle Matchvorbereitung weiter zu strukturieren. Testmatches im 10-Ball ermöglichten die direkte Übertragung der Trainingsinhalte unter Druck.
Auch Erfahrungen aus internationalen Wettbewerben flossen gezielt in die Trainingsarbeit ein und dienten als Grundlage für die Weiterentwicklung individueller und mannschaftlicher Abläufe.
Jugend – Hohe Leistungsdichte und offene Nominierung
Der Jugendkader schloss sich nahtlos an den Damenlehrgang an. Insgesamt nahmen sieben männliche und fünf weibliche Nachwuchssportler*innen teil.
Im Fokus stand die entscheidende Phase der Nominierung für die Jugend-Europameisterschaften. Entsprechend war das gesamte Wochenende klar wettkampforientiert ausgerichtet.
Gespielt wurde im Modus „Jede/r gegen Jede/n“ in den Disziplinen 8-Ball und 9-Ball. Während die männlichen Teilnehmer direkt in den Wettbewerb einstiegen, wurden die Sportlerinnen am Samstagvormittag zunächst durch Jugendtrainer Christian Reimering mit gezielten Technik- und Senkübungen vorbereitet.
Sowohl im 8-Ball am Samstag als auch im 9-Ball am Sonntag zeigte sich ein sehr ausgeglichenes Leistungsniveau. Die Ergebnisse lagen eng beieinander, eine klare Rangfolge lässt sich aktuell nicht ableiten.
Die finale Nominierungsentscheidung durch Bundestrainer Günter Geisen bleibt daher offen. Neben der sportlichen Leistungsdichte spielt auch die noch ausstehende Teilnehmerquote der Europameisterschaften eine Rolle.
Die Jugend-Europameisterschaften finden im Juli in Pod?etrtek (Slowenien) statt und bilden den zentralen internationalen Zielwettkampf dieser Kadergruppe.
Organisation, Betreuung und Rahmen
Die Maßnahme wurde von Leistungssportdirektorin Assja Grünberg sowie Leistungssportreferent Stefan Andres verantwortet. Neben den Trainern Günter Geisen, Ralph Eckert und Christian Reimering wurde insbesondere der Jugendbereich durch Gabi Hammer mit großem Engagement begleitet. Als Betreuerin und Ansprechpartnerin vor Ort trug sie maßgeblich zu einem stabilen, positiven und konzentrierten Umfeld bei.
Ein besonderer Dank gilt dem BC Oberhausen für die hervorragenden Trainingsbedingungen sowie die zuverlässige und gastfreundliche Unterstützung während der gesamten Maßnahme.
Foto und Textunterstützung: Torsten Schild |